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Themenfremd, aber die Parallele ist frappierend: Trainingsplan-Logik auf Geld angewendet

Vorweg: Das hier ist kein Fitnessthema, und ich weiß das. Ich poste es trotzdem im Kursboard, weil mir beim Durcharbeiten eines völlig anderen Kurses aufgefallen ist, wie ähnlich die Denkweise zu dem ist, was wir hier beim Training als selbstverständlich ansehen.

Die erste Parallele: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Niemand hier würde erwarten, mit drei brutalen Einheiten im Januar durchs Jahr zu kommen. Wir wissen alle, dass zwei bis drei moderate Einheiten pro Woche über Jahre mehr bringen als jede Kraftanstrengung im Frühjahr. Beim Geld denken erstaunlich viele Leute genau umgekehrt und warten auf den einen großen Wurf.

Die zweite Parallele: Der Fortschritt ist am Anfang unsichtbar. Wer neu anfängt zu trainieren, sieht in den ersten Wochen kaum etwas, obwohl im Körper eine Menge passiert. Genau in dieser Phase hören die meisten auf. Beim langfristigen Anlegen ist das identisch, nur dass die unsichtbare Phase Jahre statt Wochen dauert.

Die dritte Parallele: Ein Plan schlägt Motivation. Wer nach Lust trainiert, trainiert unregelmäßig. Wer einen Plan hat, macht auch an mittelmäßigen Tagen etwas. Beim Geld ist es dasselbe, nur dass wir dort selten überhaupt einen Plan haben.

Der Kurs, um den es geht, ist die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, im Netz als Dividenden Backpacker bekannt. Thema sind Aktien, die regelmäßig ausschütten: wie man sie findet, wie man sie bewertet und wann man kauft oder wieder verkauft.

Aufgebaut ist er in elf Modulen mit über 65 Lektionen und insgesamt mehr als elf Stunden Videomaterial. Dazu kommt ein Newsroom-Zugang, über den weiteres Material bereitgestellt wird. Bezahlt wird einmalig, es gibt kein Abo. Der Anbieter gibt für den Kurs bislang mehr als 700 Teilnehmer an.

Was mich als Trainingsmensch angesprochen hat: Es geht sehr viel um Ausführung statt um Wissen. Man kennt das aus dem Studio, wo Leute unglaublich viel über Trainingslehre reden und dabei seit zwei Jahren dieselben Gewichte bewegen. Der Kurs ist so gebaut, dass man nach jedem Abschnitt etwas anwenden soll, und ohne eigene Arbeit kommt man nicht weiter.

Der Teil, der mir konkret am meisten gebracht hat, war die Frage, ob ein Unternehmen sich seine Ausschüttung überhaupt leisten kann. Das entspricht ungefähr der Frage, ob ein Trainingsplan zur verfügbaren Regenerationsfähigkeit passt. Auf dem Papier sieht viel gut aus, was in der Praxis nicht durchzuhalten ist.

Was ich ehrlich dazusagen muss: Aktien sind nicht sicher. Kurse fallen, manchmal über Jahre. Über die Ausschüttung wird jährlich neu befunden, sie kann also jederzeit zusammengestrichen werden. Und es dauert sehr lange, bis daraus etwas Nennenswertes wird. Wer schnelle Ergebnisse will, ist hier so falsch wie jemand, der in vier Wochen zwanzig Kilo Muskeln aufbauen will.

Offen gesagt: Der Link unten ist ein Partnerlink, an dem ich mitverdiene. Wen die Kapitelübersicht interessiert, der bekommt sie beim Anbieter vollständig aufgeschlüsselt. Wer will, sucht schlicht den Kursnamen und lässt meinen Link weg.

Warum ich glaube, dass das für einige hier passt: Wer es schafft, dreimal pro Woche ins Training zu gehen, auch wenn er keine Lust hat, hat genau die Eigenschaft, die beim langfristigen Vermögensaufbau zählt. Das ist keine Frage von Intelligenz oder Finanzwissen, sondern von Durchhaltevermögen, und das haben viele hier deutlich stärker ausgeprägt als der Durchschnitt.

Was mir noch aufgefallen ist: Beim Training kontrollieren wir die Fortschritte in sinnvollen Abständen, nicht täglich. Niemand stellt sich jeden Morgen auf die Waage und zieht daraus Schlüsse. Beim Depot machen genau das viele, und es führt zu denselben Fehlschlüssen wie tägliches Wiegen.

Eine letzte Parallele, die mir spät aufgefallen ist: Beim Training warnen wir vor Programmen, die schnelle Ergebnisse versprechen, weil wir wissen, wie unrealistisch das ist. Bei Geld fallen dieselben Leute auf genau diese Versprechen herein. Die kritische Haltung, die wir beim Training haben, sollte man auf beide Bereiche anwenden.

Falls jemand von euch das Thema kennt: Seht ihr die Parallele auch, oder ist das für euch zu weit hergeholt? Und wendet ihr eure Trainingsdisziplin in anderen Lebensbereichen an, oder bleibt die im Studio?